Ergebnisse präsentieren
„Wer möchte denn mal seine Ergebnisse präsentieren“ heißt es häufig gegen Ende der Stunde. Was in der Grundschule meistens noch begeisterte Zustimmung hervorruft, löst bei den „Großen“ eher Widerwillen aus. Denn „Ergebnisse präsentieren“ heißt immer auch: Sich selbst präsentieren. Und das können und mögen Schülerinnen und Schüler spätestens ab der sechsten Klasse immer weniger – vor allem vor ihren Klassenkameraden. Aber auch in der Grundschule ist das Selber-Präsentieren viel interessanter als das Etwas-Präsentiert-Bekommen. Schließlich haben sich die Zuhörer und Zuschauer bereits intensiv mit der Sache, um die es geht, beschäftigt und manche warten vor allem ungeduldig darauf, endlich selber vorne stehen zu dürfen.
Die Kunst der professionellen Präsentation spielt im Wirtschaftsleben eine herausragende Rolle. Unter dem Suchbegriff „Präsentation“ sind allein beispielsweise beim Internet Buchversand Amazon.de über 100 Titel verzeichnet. Die grundlegenden Methoden und Techniken professioneller Präsentation gelten auch im Klassenraum. Es macht deshalb Sinn, sich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen.
Die professionelle Gestaltung von Präsentationen hat im Konzept des guten Unterrichts mehrere wichtige Funktionen:
- Präsentationen bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, den Ertrag des Gelernten, ihre „Aha-Erlebnisse“ zur Sache auf den Punkt zu bringen. Sie erfüllen damit eine besonders wichtige Aufgabe für bedeutsames und nachhaltiges Lernen.
- Präsentationen geben Schülern die Gelegenheit, den Lerngegenstand anderen zu „erklären“: Eine Methode, die in besonderer Weise geeignet ist, die Sache, um die es geht, selbst wirklich zu verstehen.
- Präsentationen fördern das Lernen mit allen Sinnen und Lernkanälen, weil gute Präsentationen niemals rein verbal ablaufen, sondern mit Bildern, Rollenspielen, Modellen, Folien und anderen Medien unterstützt werden.
- Präsentationen fördern die Kooperation der Schüler, weil sie in der Regel von Gruppen vorbereitet werden müssen.
- Präsentationen fördern und trainieren das Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler.
- Sie bereiten die Schüler – unabhängig von den Inhalten – auf im Berufsleben wesentliche Schlüsselqualifikationen vor.
- Sie geben den Schülern die Möglichkeit zu trainieren, sich selbst vor anderen zu präsentieren.
Damit Präsentationen diese Aufgaben erfüllen können, müssen sie sorgfältig vorbereitet werden. Im Unterricht wird die Beherrschung der erforderlichen Kompetenzen zu häufig einfach voraus gesetzt. Es reicht nicht zu fragen, „wer möchte denn mal präsentieren?“. Noch weniger reicht es, einfach Schülerreferate zu verteilen, ohne vorher trainiert zu haben, wie Referate, die nichts anderes sind als Präsentationen, professionell zu halten sind.
Die erste wichtige Regel für Präsentationen heißt deshalb:
Präsentationen müssen immer vorbereitet werden und zwar nicht nur inhaltlich, sondern unbedingt auch formal! Auch in der „klassischen“ Präsentationsphase am Ende der Stunde oder Unterrichtssequenz muss den Schülern zuvor explizit Zeit zur Vorbereitung der Form der Präsentation gegeben werden. Sonst ist ein Scheitern programmiert: Schüler, die stockend, unsicher, leise, unstrukturiert und fast immer ohne Visualisierung ihren Stoff abspulen ...
Tipps für die ertragreiche Gestaltung von Präsentationen im Buch "Guter Unterricht"
und in "Mein Methoden-Portfolio - Selbstständig lernen"!
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(c) Thomas Unruh - www.guterunterricht.de

