Handwerkszeug für guten Unterricht Lehrer-Coach Selbstständig lernen Lernen mit Notebooks Material Unwörter Kontakt
Startseite Handwerkszeug für guten Unterricht

Handwerkszeug für guten Unterricht




Unterrichtsphasen trennen


Unterrichtsphasen deutlich zu trennen, ist wichtig, um die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen. Das geschieht, indem ihre Aufmerksamkeit gezielt aus der vorangegangenen Phase abgezogen und auf die neue Phase gerichtet wird.

Häufig reicht dazu eine kurze Zäsur durch den Lehrer, der beispielsweise anhand des Stundenprogramms verdeutlicht, dass der Unterricht nunmehr in eine neue Phase tritt: „Wir kommen jetzt in die Phase 4!“ Er zeigt das am schriftlichen Unterrichtsprogramm und nennt das Thema der 4. Phase.

Manchmal reicht das aber nicht aus, weil die Schüler noch sehr intensiv mit ihrer Arbeit beschäftigt sind und sich nicht davon trennen können und wollen. Das gilt insbesondere für Phasen des selbstständigen Lernens. Bevor es mit der gemeinsamen Arbeit weiter gehen kann (etwa, um Ergebnisse zu präsentieren), müssen die Schüler sehr deutlich von ihrer bisherigen Aktivität und „Denke“ getrennt werden, nicht ohne ihnen dabei Gelegenheit zu geben, erst einmal „Luft zu holen“, bevor es nahtlos weiter geht mit einer Phase gemeinsamer Arbeit und neuer Konzentration.


Wie oft spürt man als Lehrer Widerstand von Schülern, die sich von ihrer Arbeit nicht trennen wollen. Aufforderungen wie „Kannst du jetzt auch mal den Stift weglegen ?!“ „Kannst jetzt endlich auch mal nach vorne schauen??!“ signalisieren, dass viele Schüler noch gar nicht für etwas anderes aufnahmebereit sind, noch voll in ihrer Sache stecken. Ohne eine klare Trennung von ihren unmittelbaren (oft auch noch unvollendeten) Aktivitäten, bleibt die Situation diffus und unklar.

Häufig ist eine räumliche Veränderung ein erfolgreiches Verfahren, um einen Schnitt zu machen, beispielsweise können sich die Schüler im Halbkreis um die Tafel aufstellen, an der Arbeitsergebnisse präsentiert werden. Manchmal braucht es jedoch einen deutlicheren „Schnitt“. Dann kann es hilfreich sein, die Aufmerksamkeit auf ein völlig neues, ganz anderes Thema zu richten (z.B.: „Bitte denkt morgen an das Geld für unseren Ausflug!“ ). Ein Thema, das kurzfristig und sehr deutlich ihre Aufmerksamkeit von der bisherigen Tätigkeit abzieht und auf das neue Thema richtet, um anschließend dann sofort mit dem eigentlichen Thema fortzufahren. „Ich denke, jetzt sind eure Köpfe wieder frei, sodass ihr euch auf die Präsentation der Ergebnisse konzentrieren könnt.“

Jochen und Monika Grell („Unterrichtsrezepte“) haben dieses Verfahren „Auslöschung“ genannt; wegen der negativen Konnotation dieses Begriffs, der darüber hinaus bei Praktikern nach wie vor Unverständnis auslöst (eine erfahrene Schulrätin beispielsweise sprach auch nach Dutzenden von Lehramtsprüfungen immer noch wohlgemut von „Auslösung“...!), haben wir uns für den „technischen“, aber unbelasteten und klaren Terminus „Phasentrennung“ (bzw. „Phasentrenner“) entschieden.

Die Kunst einer solchen Phasentrennung besteht darin, einerseits die Aufmerksamkeit der Schüler schnell von der bisherigen Aktivität abzuziehen, ohne aber mit dem kurz dazwischen geschobenen Thema gewissermaßen ein neues „Fass“ aufzumachen! Deshalb ist es unerlässlich, den Schülerinnen und Schülern die Begründung für eine solche Phasentrennung zu vermitteln.! In der Regel reicht es aus, diese Methode einmal grundsätzlich zu begründen. Die Schüler wissen dann auch in Zukunft Bescheid, was es damit auf sich hat, wenn der Lehrer ein neues Thema ganz kurz zwischen zwei Unterrichtsphasen „schiebt“.

Möglichkeiten einer deutlichen Phasentrennung:



Mehr zu Unterrichtsphasen im
Buch "Guter Unterricht"!

__________________________________________________________________

(c) Thomas Unruh - www.guterunterricht.de