Unterrichtsvideos

guterUnterricht.de

 

Die Unterrichtsvideos zeigen Beispiele für die "handwerklich" professionelle Gestaltung von Unterricht. Sie sind nicht zu verstehen als "perfekte Vorbilder" für guten Unterricht. Sie sollen vielmehr Anregungen und Beispiele geben, die zum Nachdenken über guten Unterricht anregen.

Die Unterrichtsbeispiele sind in Unterrichtsphasen segmentiert. Auf diese Weise können einzelne Sequenzen (Phasen) gezielt ausgewählt werden. Diese Aufteilung vereinfacht das Betrachten auch deshalb, weil auf diese Weise die Videos quasi auf Mausklick sofort gestartet werden können. Weil der Videoplayer bereits automatisch integriert ist, sind weitere technische Voraussetzungen oder spezielle Software nicht erforderlich.

Dank und Respekt den Lehrerinnen, die bereit waren, sich und ihren Unterricht öffentlich zu präsentieren!

Video 1: Ethik - Klasse 10 - Thema: "Suizid"

Video 2: Sachunterricht - Klasse 2 - Gruppenarbeit organisieren

Video 3: Religion - Klasse 4 - Joseph und seine Brüder

Video 4: Jahrgangsgemischtes Lernen an der Grundschule Morsum / Sylt


Video 5: Individualisierter Unterricht mit digitalen Medien -
UnitPlans im Spanischanfangsunterricht - Klasse 7


Video 6Lernen an Stationen im Natur & Technik-Unterricht Klasse 5 - Thema "Weltraum": Stationsarbeit mit Netbooks

Rahmenbedingungen, die Lehrerinnen und Lehrer bei der Planung und Durchführung ihres Unterrichts beeinflussen können:


  1. Wir alle lernen besser, wenn wir das genaue Thema des Unterrichts kennen und wissen, warum dieses wichtig ist: Zu wissen, das Lernen lohnt sich!

  2. Wir alle lernen besser, wenn wir wenigstens teilweise nach unserem individuellen Tempo lernen können, wenn wir entscheiden können, mit wem wir lernen wollen und mitentscheiden können, was und wie viel wir lernen wollen.

  3. Wir alle lernen besser, wenn wir beim Lernen nicht überwiegend zuhören müssen, sondern regelmäßig Gelegenheit haben, uns mit anderen auszutauschen, d.h. zu sprechen.

  4. Wir alle lernen besser, wenn das zu Lernende in einer Form dargeboten wird, die unseren individuellen Lernvoraussetzungen entspricht, d.h. vor allem unterschiedliche Sinne („Lernkanäle“) einbezieht.

  5. Wir alle lernen besser, wenn wir beim Lernen nicht immer nur stillsitzen müssen; wenn spürbar ist, dass Lernen nicht immer nur eine „todernste“ Angelegenheit, sondern dass Lachen, Entspanntheit und Fröhlichkeit unverzichtbare Bestandteile erfolgreichen Lernens sind.

Baustein 3: Die konstruktive Atmosphäre


Guter Unterricht kann nur in einer konstruktiven Lern- und Arbeitsatmosphäre stattfinden.

Eine konstruktive Lernatmosphäre ist dadurch gekennzeichnet, dass


  1. intensives Lernen und gemeinsames Arbeiten stattfindet;

  2. ein Klima des gegenseitigen Respekts herrscht: der Schülerinnen und Schüler untereinander, ebenso wie zwischen der Lehrerin oder dem Lehrer einerseits und den Kindern oder Jugendlichen andererseits;

  3. Rücksichtnahme gegenüber langsamen Lernen und Schwächeren geübt wird;

  4. es selbstverständlich ist, sich gegenseitig zu fragen und zu helfen;

  5. auch Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen;

  6. Fehler okay sind;

  7. Regeln verbindlich sind und für alle gelten, auch für Lehrerinnen und Lehrer;

  8. die Nichteinhaltung von Regeln Folgen hat.

Verantwortlich für die konstruktive Atmosphäre im Klassenraum ist die Lehrerin oder der Lehrer. Er oder sie muss bereit und in der Lage sein, die schwierige Doppelrolle von „Partner“ und „Chef“ einzunehmen. Wer nur Partner der Schüler ist, läuft Gefahr, dass Regeln unverbindlich bleiben; wer nur Chef ist, degeneriert schnell zum Herrscher. Der „Partner“ beteiligt sich gleichberechtigt an der Aufstellung von sinnvollen Regeln, die für ihn genauso gelten, wie für alle anderen. Der „Chef“ ist letztlich verantwortlich dafür, dass einmal gemeinsam beschlossene Regeln auch für alle durchgesetzt werden und dass die Nichteinhaltung tatsächlich Konsequenzen hat.

Beispiele für sinnvolle Regeln, die zu einer konstruktiven Atmosphäre gehören:

Lehrer und Schüler halten sich an verabredete Zeiten, sowohl, was den Beginn, als auch, was das Ende der Arbeit angeht!

Lehrer und Schüler gehen respektvoll miteinander um, hören einander wirklich aufmerksam zu, unterbrechen nicht und zeigen sich, dass sie sich gegenseitig ernst nehmen.

Ohne Spaß, Lachen und Pausen kann niemand gut lernen und arbeiten.

Lebendiges Lernen in Projekten verursacht Geräusch. Und: Schüler und Lehrer (!) sprechen in Gruppen- und Partnerarbeit leise, um die anderen nicht zu stören.

Schüler und Lehrer (!) sprechen in gemeinsamen Phasen kurz zur Sache, um möglichst vielen Gelegenheit zur Äußerung zu geben.

Und immer wieder: Es ist okay, Fehler zu machen! Nur wer bereit ist, Fehler zu machen, kann lernen. Wer ängstlich versucht, Fehler zu vermeiden, kann nicht lernen. Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen.